5. Geschichte - ModellÀnderungen

Datum 09.11.2011 09:50:00 | Thema: Karmann

ModellÀnderungen wÀhrend der Produktion:

WĂ€hrend der 8-jĂ€hrigen Serienproduktion des Karmann Ghia Typ 34 wurden fortlaufend Verbesserungen und Änderungen vorgenommen. FĂŒr die meisten ist es schwierig, die Änderungen zu erkennen, geschweige denn dem jeweiligen Fahrzeug das richtige Modelljahr zuzuordnen.

Nachfolgend eine Zusammenfassung der Änderungen:

FrĂŒhes Modelljahr 1962:
Rechteckiges Emblem mit VW-Zeichen und Schriftzug „1500“ auf der Vorderhaube
 Ghia Emblem und Schriftzug Karmann am rechten hinteren KotflĂŒgel
 Karmann Ghia 1500 Schriftzug am Heckabschlußblech links
 Langer zweiteiliger Chromrahmen an der Windschutzscheibe
 Glatte WasserablÀufe im hinteren Kofferraum
 Komplett elfenbeinfarbiger Schalthebelgriff
 Glatte elfenbeinfarbige Bedienknöpfe der hinteren Ausstellfenster
 RĂŒckenlehnenverstellung seitlich und Lehnenverriegelung oben am Sitz
 Felgen nur mit Ă€ußeren Zierringen und zweifarbig lackiert
 Modell 345 (Linkslenker mit elektrischem Stahlschiebedach) ab Juni 1962 (ab
Fahrgestellnr. 0 050 282)



1964:
 Neuer 54 PS-Zweivergasermotor mit erhöhter Verdichtung, Modellbezeichnung
fortan „1500 S“
 VergrĂ¶ĂŸerter Anzeigebereich im Geschwindigkeitsmesser (bis 160 km/h)
 Schriftzug „1500 S“ am hinteren Abschlußblech
 Huptasten an Stelle des bisherigen Huphalbrings
 Position der ZĂŒndspule im Motorraum geĂ€ndert
 Motorraumöffnung im Bereich der beiden Vergaser vergrĂ¶ĂŸert
 Frischluftansaugung des Motors im hinteren Kofferraum mit Abdeckblech
 Felgenzierringe mit LĂ€ngsschlitzen
 Vierteiliger Chromrahmen an der Windschutzscheibe
 Typ 344 (Coupe mit Rechtssteuerung) im Jan64 eingefĂŒhrt (ab Fahrgstelnr. 0 341 651)
 Typ 346 (Coupe mit Rechtssteuerung und elektrischem Schiebedach) im Feb 1964
eingefĂŒhrt (ab Fahrgestellnr. 0 342 081)
 Letztes Modelljahr mit „Klaviertastatur“ fĂŒr Licht und Scheibenwischer, kleinem
Geschwindigkeitsmesser, zweifarbiger TĂŒrverkleidung, Doppeltonhorn im vorderen
Kofferraum, geschraubtem Keilriemenabdeckblech, verklebter Motordeckelisolierung
1966:
 Schriftzug VW 1600
 Silberfarbene EinsÀtze in den Instrumenten
 Farbe des Schalthebelknopfs nochmals geÀndert (dunkelgrau und elfenbein)
 Knopflose Lehnenverriegelung
 Knöpfe fĂŒr Ausstellfenster und Hebel fĂŒr Frischluft verchromt
 Einteilige Benzinpumpe
 Verrippte Kennzeichenbeleuchtung
 Abgerundete Stoßstangenhörner aus Stahl
 SerienmĂ€ĂŸig nur Einfarbenlackierung
 Teppich statt Gummifußmatten
 4-Loch-Felgen mit neuen Radkappen
 Scheibenbremsen vorn
 WiedereinfĂŒhrung des Huphalbrings
 Schwarzer Handbremshebel
 Schminkspiegel in der Beifahrersonnenblende
 Als Sonderausstattung Armaturenbrett, Armlehnen, Lenkrad, LenksÀule und Teppiche in teak (braun) oder pigalle (rot) lieferbar.






SpÀtes Modelljahr 1962 und
Modelljahr 1963:
 Rundes VW-Emblem aus Aluminium auf der
Vorderhaube
 Karmann Ghia Schriftzug auf dem hinteren
Kofferraumdeckel
 Schriftzug „Volkswagen 1500“ am
Heckbleck links
 Dreiteiliger Chromrahmen an der
Windschutzscheibe
 WasserablÀufe im hinteren Kofferraum
verrippt
 Schalthebelknopf zweifarbig (hellgrau und
elfenbein)
 Elfenbeinfarbige Bedienknöpfe der
hinteren Ausstellfenster verrippt
 RĂŒckenlehnenverstellung vorn am Sitz und
Lehnenverriegelung unten
 Felgen schwarz lackiert
 Letztes Modelljahr mit Heizungsdrehgriff, 45
PS Einvergasermotor, Anzeigebereich des
Geschwindigkeitsmessers bis 150 km/h,
separater Heizungsregulierung hinten.




1965:
 VergrĂ¶ĂŸerter Geschwindigkeitsmesser
 Anzeigenadeln der Instrumente weiß
statt rot
 Zugschalter fĂŒr Licht und Scheibenwischer
 ZigarrenanzĂŒnder höher angeordnet
 Einfarbige TĂŒrverkleidungen
 Doppeltonhorn an der vorderen
Stoßstange montiert, Blende fĂŒr
Öffnung im Frontblech
 Geklammerte Keilriemenabdeckung
 VW-Zeichen in den Radkappen nicht
mehr schwarz unterlegt
 GeÀnderte Anordnung des
Wagenhebers im vorderen Kofferraum
 Motordeckelisolierung geklammert statt
geklebt
 Letztes Modelljahr mit vorderen
Trommelbremsen, 5-Loch-Felgen,
Superbenzinmotor, serienmĂ€ĂŸiger
Zweifarbenlackierung, Knopf fĂŒr
Lehnenverriegelung, flacher
Kennzeichenbeleuchtung,
Stoßstangenhörner aus Druckguß,
bronzefarbenen EinsÀtzen in den
Instrumenten, zweiteiliger
Benzinpumpe, rundem Sonnenblendenarm,
anthrazitfarbener Handbremshebel,
Gummifußmatten.



 1966 war das letzte Modelljahr mit
lackiertem Armaturenbrett, RĂŒckspiegel
aus Aluminium, Einkreisbremse, 6-Volt-
Anlage, Sicherungskasten mit 10
Sicherungen, elfenbeinfarbigen Fensterkurbeln
und langem Handbremshebel




Prototypen und Kleinserien:
Gemeinsam mit dem Typ 34 Coupe war auch ein Cabriolet vorgesehen, und daher wurde auf der Frankfurter Automobilausstellung 1961 auch ein Cabriolet ausgestellt. GerĂŒchten nach
wurden bei Karmann im Zeitraum 1961/1962 insgesamt 5 oder 6 Cabriolet-Prototypen
hergestellt, obwohl Karmann hierzu keinerlei Angaben macht. Diese wurden zu Testzwecken und zur Pressevorstellung verwendet. Kein Fahrzeug davon wurde an private KĂ€ufer abgegeben, sondern wurden verdienten VW-GroßhĂ€ndlern als AusstellungsstĂŒcke zur VerfĂŒgung gestellt.
Im Oktober 1962 gab VW grĂŒnes Licht fĂŒr die Nullserie, genau ein Jahr nach der Vorstellung der Fahrzeuge in Frankfurt. Der Grund fĂŒr die Verzögerung ist nicht bekannt,
obwohl es ĂŒblich war, ein Cabriolet erst etwa 2 Jahre nach der Limousine auf den Markt zu
bringen. Karmann baute 10 vollstÀndige Cabriolets im Zeitraum von Oktober bis Dezember 1962, sowie 6 Karosserien ohne Fahrgestell. Im Dezember 1962 allerdings wurde die Cabriolet-Produktion nach insgesamt 16 Exemplaren von VW gestoppt.






Auch diese Fahrzeuge gingen an VW-GroßhĂ€ndler. Heute sind noch insgesamt 6 originale
Cabriolets bekannt. Alle Fahrzeuge befinden sich in Deutschland. Dabei handelt es sich
um einen frĂŒhen Prototyp sowie um 5 Nullserienfahrzeuge von Ende 1962.

Der Typ 34 1600 TC Fließheck dagegen kam nie ĂŒber das Prototypenstadium heraus. Das
EinzelstĂŒck befindet sich heute im Karmann-Museum.



Karmann war immer daran interessiert, seinem besten Kunden Volkswagen zu gefallen, um damit die eigene Fahrzeugproduktion zu erhöhen, und begann Fließheck-Variationen basierend auf dem Typ 34 Coupe zu entwerfen, und Anfang 1964 kĂŒndigte VW auch öffentlich an, daß Karmann eine neue Variante der Typ 3-Modellreihe entwickelt.

Die ersten Zeichnungen des Typs TC datieren vom April 1964, und unterschieden sich vom
spÀteren TC Prototyp nur durch die Form der hinteren Ausstellfenster. Im September 1964
war der Prototyp fertiggestellt, aber aufgrund von Verhandlungen zwischen VW und Mercedes-Benz konnte das Fahrzeug erst im November 1964 bei VW vorgestellt werden. Das Design wurde von VW freigegeben und sollte auf der kommenden Frankfurter Automobilausstellung gezeigt werden, aber im Januar 1965 stoppte VW das Projekt. Ein Problem war der LĂ€rm des Motors, der sich ja innerhalb der Fahrgastzelle befand. Die GerĂ€uschentwicklung war wohl auch der Grund, warum der VW 1600 TL Fließheck nie eine Heckklappe wie der spĂ€tere VW Passat oder Golf bekommen hatte.
Da das Typ 34 Coupe nie einen entsprechenden Marktanteil erreichte, beschloß VW die Heckklappen-Studien auf der Basis des Typ 34 einzustellen, und statt dessen den auf dem Typ 3 basierenden VW 1600 TL Fließheck herauszubringen. Ein anderer Grund fĂŒr den Stopp des TC war sicherlich der höhere Preis bei der Produktion durch eine Karosseriebaufirma, und die Tatsache, daß die Produktionszahlen beiKarmann weder kurzfristig noch beliebig
gesteigert werden konnten.
Der TC Prototyp wurde bei Karmann im September 1968 nochmals ĂŒberarbeitet, indem ein Fahrgestell der aktuellen Produktion mit Automaticgetriebe und SchrĂ€glenkerachse montiert wurde. Ferner wurde auch das Armaturenbrett mit Holzmaserfolie und weiteren Details modernisiert. Dies ist die ErklĂ€rung, warum der TC gleichzeitig Merkmale der JahrgĂ€nge
1965 und 1969 aufweist.






1967:
 Armaturenbrett mit Holzmaserfolie und
kleinem Schriftzug Karmann Ghia ĂŒber
dem Radio
 Schriftzug “VW 1600 L“
 Schwarze Innenspiegelumrandung
 Bedienknöpfe, Handbremshebel und
Fensterkurbeln in schwarz
 12-Volt Anlage mit 12 Sicherungen
 Lehnenverriegelung mit
Kabelzugbedienung
 Zweikreisbremssystem
 ZĂŒndspulenanordnung im Motorraum
erneut geÀndert
 4-teilige TĂŒrverkleidung
 Symmetrische Radioöffnung
 TĂŒrverriegelungsknöpfe unterhalb des
Seitenfensters
 Einteiliger TĂŒröffnungsmechanismus
 Heizungszughebel statt Schieberegler
 geÀnderter Handbremshebel
 Letztes Modelljahr mit verchromtem
Hupenring, eckiger Chromzierleiste auf
der Innenverkleidung, ZĂŒndschloß
oberhalb der LenksÀule.

1968:
 RĂŒckleuchten mit schmalerem
Chromrand
 ZĂŒndschloß rechts der LenksĂ€ule
 Vollautomatikgetriebe mit SchrÀglenkerachse
gegen Aufpreis lieferbar
 Rechteckiger Außenspiegel
 abgerundete Chromleisten an der
TĂŒrverkleidung
 Schwarze Bedienknöpfe im
Armaturenbrett wie beim VW KĂ€fer
 Symbol auf ZigarrenanzĂŒnder
 Warnblinkanlage serienmĂ€ĂŸig
 Optionale Zweikreisbremskontrolleuchte
lieferbar
 BremsflĂŒssigkeitsbehĂ€lter geĂ€ndert
 Hupenhalbring silberfarben eloxiert
 SicherheitslenksÀule
1969:
 Schwarzer Handschuhfachknopf
 Warnleuchten mit Symbolen versehen
 6-stellige KilometerzÀhleranzeige
 Hintere Motorlagerung entfallen
 Flachere Radkappen
 bei Automatikfahrzeugen Schriftzug
geÀndert (Kleinbuchstaben)








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