Modelländerungen während der Produktion:
Während der 8-jährigen Serienproduktion des Karmann Ghia Typ 34 wurden fortlaufend Verbesserungen und Änderungen vorgenommen. Für die meisten ist es schwierig, die Änderungen zu erkennen, geschweige denn dem jeweiligen Fahrzeug das richtige Modelljahr zuzuordnen.
Nachfolgend eine Zusammenfassung der Änderungen:
Frühes Modelljahr 1962:
Rechteckiges Emblem mit VW-Zeichen und Schriftzug „1500“ auf der Vorderhaube Ghia Emblem und Schriftzug Karmann am rechten hinteren Kotflügel Karmann Ghia 1500 Schriftzug am Heckabschlußblech links Langer zweiteiliger Chromrahmen an der Windschutzscheibe Glatte Wasserabläufe im hinteren Kofferraum Komplett elfenbeinfarbiger Schalthebelgriff Glatte elfenbeinfarbige Bedienknöpfe der hinteren Ausstellfenster Rückenlehnenverstellung seitlich und Lehnenverriegelung oben am Sitz Felgen nur mit äußeren Zierringen und zweifarbig lackiert Modell 345 (Linkslenker mit elektrischem Stahlschiebedach) ab Juni 1962 (ab Fahrgestellnr. 0 050 282)

1964: Neuer 54 PS-Zweivergasermotor mit erhöhter Verdichtung, Modellbezeichnung fortan „1500 S“ Vergrößerter Anzeigebereich im Geschwindigkeitsmesser (bis 160 km/h) Schriftzug „1500 S“ am hinteren Abschlußblech Huptasten an Stelle des bisherigen Huphalbrings Position der Zündspule im Motorraum geändert Motorraumöffnung im Bereich der beiden Vergaser vergrößert Frischluftansaugung des Motors im hinteren Kofferraum mit Abdeckblech Felgenzierringe mit Längsschlitzen Vierteiliger Chromrahmen an der Windschutzscheibe Typ 344 (Coupe mit Rechtssteuerung) im Jan64 eingeführt (ab Fahrgstelnr. 0 341 651) Typ 346 (Coupe mit Rechtssteuerung und elektrischem Schiebedach) im Feb 1964 eingeführt (ab Fahrgestellnr. 0 342 081) Letztes Modelljahr mit „Klaviertastatur“ für Licht und Scheibenwischer, kleinem Geschwindigkeitsmesser, zweifarbiger Türverkleidung, Doppeltonhorn im vorderen Kofferraum, geschraubtem Keilriemenabdeckblech, verklebter Motordeckelisolierung 1966: Schriftzug VW 1600 Silberfarbene Einsätze in den Instrumenten Farbe des Schalthebelknopfs nochmals geändert (dunkelgrau und elfenbein) Knopflose Lehnenverriegelung Knöpfe für Ausstellfenster und Hebel für Frischluft verchromt Einteilige Benzinpumpe Verrippte Kennzeichenbeleuchtung Abgerundete Stoßstangenhörner aus Stahl Serienmäßig nur Einfarbenlackierung Teppich statt Gummifußmatten 4-Loch-Felgen mit neuen Radkappen Scheibenbremsen vorn Wiedereinführung des Huphalbrings Schwarzer Handbremshebel Schminkspiegel in der Beifahrersonnenblende Als Sonderausstattung Armaturenbrett, Armlehnen, Lenkrad, Lenksäule und Teppiche in teak (braun) oder pigalle (rot) lieferbar.

Spätes Modelljahr 1962 und Modelljahr 1963: Rundes VW-Emblem aus Aluminium auf der Vorderhaube Karmann Ghia Schriftzug auf dem hinteren Kofferraumdeckel Schriftzug „Volkswagen 1500“ am Heckbleck links Dreiteiliger Chromrahmen an der Windschutzscheibe Wasserabläufe im hinteren Kofferraum verrippt Schalthebelknopf zweifarbig (hellgrau und elfenbein) Elfenbeinfarbige Bedienknöpfe der hinteren Ausstellfenster verrippt Rückenlehnenverstellung vorn am Sitz und Lehnenverriegelung unten Felgen schwarz lackiert Letztes Modelljahr mit Heizungsdrehgriff, 45 PS Einvergasermotor, Anzeigebereich des Geschwindigkeitsmessers bis 150 km/h, separater Heizungsregulierung hinten.

1965: Vergrößerter Geschwindigkeitsmesser Anzeigenadeln der Instrumente weiß statt rot Zugschalter für Licht und Scheibenwischer Zigarrenanzünder höher angeordnet Einfarbige Türverkleidungen Doppeltonhorn an der vorderen Stoßstange montiert, Blende für Öffnung im Frontblech Geklammerte Keilriemenabdeckung VW-Zeichen in den Radkappen nicht mehr schwarz unterlegt Geänderte Anordnung des Wagenhebers im vorderen Kofferraum Motordeckelisolierung geklammert statt geklebt Letztes Modelljahr mit vorderen Trommelbremsen, 5-Loch-Felgen, Superbenzinmotor, serienmäßiger Zweifarbenlackierung, Knopf für Lehnenverriegelung, flacher Kennzeichenbeleuchtung, Stoßstangenhörner aus Druckguß, bronzefarbenen Einsätzen in den Instrumenten, zweiteiliger Benzinpumpe, rundem Sonnenblendenarm, anthrazitfarbener Handbremshebel, Gummifußmatten.

1966 war das letzte Modelljahr mit lackiertem Armaturenbrett, Rückspiegel aus Aluminium, Einkreisbremse, 6-Volt- Anlage, Sicherungskasten mit 10 Sicherungen, elfenbeinfarbigen Fensterkurbeln und langem Handbremshebel

 Prototypen und Kleinserien: Gemeinsam mit dem Typ 34 Coupe war auch ein Cabriolet vorgesehen, und daher wurde auf der Frankfurter Automobilausstellung 1961 auch ein Cabriolet ausgestellt. Gerüchten nach wurden bei Karmann im Zeitraum 1961/1962 insgesamt 5 oder 6 Cabriolet-Prototypen hergestellt, obwohl Karmann hierzu keinerlei Angaben macht. Diese wurden zu Testzwecken und zur Pressevorstellung verwendet. Kein Fahrzeug davon wurde an private Käufer abgegeben, sondern wurden verdienten VW-Großhändlern als Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt. Im Oktober 1962 gab VW grünes Licht für die Nullserie, genau ein Jahr nach der Vorstellung der Fahrzeuge in Frankfurt. Der Grund für die Verzögerung ist nicht bekannt, obwohl es üblich war, ein Cabriolet erst etwa 2 Jahre nach der Limousine auf den Markt zu bringen. Karmann baute 10 vollständige Cabriolets im Zeitraum von Oktober bis Dezember 1962, sowie 6 Karosserien ohne Fahrgestell. Im Dezember 1962 allerdings wurde die Cabriolet-Produktion nach insgesamt 16 Exemplaren von VW gestoppt.


Auch diese Fahrzeuge gingen an VW-Großhändler. Heute sind noch insgesamt 6 originale Cabriolets bekannt. Alle Fahrzeuge befinden sich in Deutschland. Dabei handelt es sich um einen frühen Prototyp sowie um 5 Nullserienfahrzeuge von Ende 1962.
Der Typ 34 1600 TC Fließheck dagegen kam nie über das Prototypenstadium heraus. Das Einzelstück befindet sich heute im Karmann-Museum.

Karmann war immer daran interessiert, seinem besten Kunden Volkswagen zu gefallen, um damit die eigene Fahrzeugproduktion zu erhöhen, und begann Fließheck-Variationen basierend auf dem Typ 34 Coupe zu entwerfen, und Anfang 1964 kündigte VW auch öffentlich an, daß Karmann eine neue Variante der Typ 3-Modellreihe entwickelt.
Die ersten Zeichnungen des Typs TC datieren vom April 1964, und unterschieden sich vom späteren TC Prototyp nur durch die Form der hinteren Ausstellfenster. Im September 1964 war der Prototyp fertiggestellt, aber aufgrund von Verhandlungen zwischen VW und Mercedes-Benz konnte das Fahrzeug erst im November 1964 bei VW vorgestellt werden. Das Design wurde von VW freigegeben und sollte auf der kommenden Frankfurter Automobilausstellung gezeigt werden, aber im Januar 1965 stoppte VW das Projekt. Ein Problem war der Lärm des Motors, der sich ja innerhalb der Fahrgastzelle befand. Die Geräuschentwicklung war wohl auch der Grund, warum der VW 1600 TL Fließheck nie eine Heckklappe wie der spätere VW Passat oder Golf bekommen hatte. Da das Typ 34 Coupe nie einen entsprechenden Marktanteil erreichte, beschloß VW die Heckklappen-Studien auf der Basis des Typ 34 einzustellen, und statt dessen den auf dem Typ 3 basierenden VW 1600 TL Fließheck herauszubringen. Ein anderer Grund für den Stopp des TC war sicherlich der höhere Preis bei der Produktion durch eine Karosseriebaufirma, und die Tatsache, daß die Produktionszahlen beiKarmann weder kurzfristig noch beliebig gesteigert werden konnten. Der TC Prototyp wurde bei Karmann im September 1968 nochmals überarbeitet, indem ein Fahrgestell der aktuellen Produktion mit Automaticgetriebe und Schräglenkerachse montiert wurde. Ferner wurde auch das Armaturenbrett mit Holzmaserfolie und weiteren Details modernisiert. Dies ist die Erklärung, warum der TC gleichzeitig Merkmale der Jahrgänge 1965 und 1969 aufweist.

1967: Armaturenbrett mit Holzmaserfolie und kleinem Schriftzug Karmann Ghia über dem Radio Schriftzug “VW 1600 L“ Schwarze Innenspiegelumrandung Bedienknöpfe, Handbremshebel und Fensterkurbeln in schwarz 12-Volt Anlage mit 12 Sicherungen Lehnenverriegelung mit Kabelzugbedienung Zweikreisbremssystem Zündspulenanordnung im Motorraum erneut geändert 4-teilige Türverkleidung Symmetrische Radioöffnung Türverriegelungsknöpfe unterhalb des Seitenfensters Einteiliger Türöffnungsmechanismus Heizungszughebel statt Schieberegler geänderter Handbremshebel Letztes Modelljahr mit verchromtem Hupenring, eckiger Chromzierleiste auf der Innenverkleidung, Zündschloß oberhalb der Lenksäule.
1968: Rückleuchten mit schmalerem Chromrand Zündschloß rechts der Lenksäule Vollautomatikgetriebe mit Schräglenkerachse gegen Aufpreis lieferbar Rechteckiger Außenspiegel abgerundete Chromleisten an der Türverkleidung Schwarze Bedienknöpfe im Armaturenbrett wie beim VW Käfer Symbol auf Zigarrenanzünder Warnblinkanlage serienmäßig Optionale Zweikreisbremskontrolleuchte lieferbar Bremsflüssigkeitsbehälter geändert Hupenhalbring silberfarben eloxiert Sicherheitslenksäule 1969: Schwarzer Handschuhfachknopf Warnleuchten mit Symbolen versehen 6-stellige Kilometerzähleranzeige Hintere Motorlagerung entfallen Flachere Radkappen bei Automatikfahrzeugen Schriftzug geändert (Kleinbuchstaben)
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